Nachhaltigkeit in der VR Bank Amberg-Sulzbach
Unsere Region liegt uns am Herzen. Deshalb verstehen wir Nachhaltigkeit nicht als Trend, sondern als langfristige Verantwortung gegenüber den Menschen, den Unternehmen und der Umwelt vor Ort.
Im folgenden Interview spricht unser Vorstand Martin Sachsenhauser darüber, was nachhaltiges Handeln für unsere Bank bedeutet, welche Themen uns aktuell besonders bewegen und wie wir als Bank die Zukunft unserer Region aktiv mitgestalten.
Was bedeutet Nachhaltigkeit konkret für unsere Bank?
"Nachhaltigkeit bedeutet für die VR Bank Amberg-Sulzbach vor allem, regionale Zukunftsfähigkeit zu sichern. Wir verstehen das nicht als einzelnes Öko-Thema, sondern als Verbindung aus wirtschaftlicher Stabilität, gesellschaftlicher Verantwortung, guter Unternehmensführung und einem sorgsamen Umgang mit Ressourcen.
Für uns bedeutet Nachhaltigkeit deshalb auch, die Bank noch besser und moderner aufzustellen. Genau aus diesem Grund haben wir unser bankeigenes Projekt von VR Nachhaltigkeit in VR Zukunft umbenannt. Das ist mehr als eine sprachliche Anpassung: Es macht deutlich, dass wir Nachhaltigkeit als Teil unserer Gesamtentwicklung verstehen. Es geht darum, die Zukunft unserer Bank, unserer Mitglieder und unserer Region so zu gestalten, dass auch spätere Generationen gute Voraussetzungen vorfinden.
Als Genossenschaftsbank haben wir dabei einen besonderen Ausgangspunkt: Wir wirtschaften in der Region, mit der Region und für die Region. Das unterscheidet uns von einem anonymen Finanzdienstleister. Einlagen, Beratung, Kredite, Förderung und Engagement bleiben in einem regionalen Kreislauf. Genau darin liegt ein sehr praktisches Nachhaltigkeitsverständnis.
Unsere Bank steht auf einer soliden wirtschaftlichen Grundlage. Mit einer Bilanzsumme von rund 1,6 Milliarden Euro, einem betreuten Kundengesamtvolumen von rund 3,4 Milliarden Euro, Kundenkrediten von rund 989 Millionen Euro und Kundeneinlagen von rund 1,29 Milliarden Euro haben wir die Stabilität, um Unternehmen, Privatkundinnen und Privatkunden, Vereine und Institutionen langfristig zu begleiten.
Nachhaltigkeit heißt für uns deshalb: Wir denken nicht in kurzfristigen Effekten, sondern in tragfähigen Beziehungen. Wir wollen wirtschaftliche Stärke, regionale Verbundenheit, soziale Verantwortung und ökologische Zukunftsfähigkeit miteinander verbinden."
"Aktuell arbeiten wir daran, Nachhaltigkeit noch stärker aus der Haltung in die konkrete Steuerung zu bringen. Das bedeutet: Themen müssen in Handlungsfelder, Verantwortlichkeiten, Maßnahmen und Nachweise übersetzt werden. Nur so wird aus einem Anspruch ein nachvollziehbarer Entwicklungsprozess.
Ein Schwerpunkt liegt im Kerngeschäft. Viele Kundinnen, Kunden und Unternehmen stehen vor Investitionen in Energieeffizienz, Modernisierung, neue Technologien, Gebäude oder Mobilität. Unsere Aufgabe ist es, diese Entscheidungen mit passender Beratung und Finanzierung zu begleiten. Dabei geht es nicht darum, Nachhaltigkeit kompliziert zu machen, sondern sie praktisch nutzbar zu machen.
Dazu passen digitale Unterstützungsangebote wie der ZuschussGuide. Solche Angebote zeigen, worum es im Kern geht: Menschen und Unternehmen sollen konkrete Wege finden, wenn sie energetisch sanieren, modernisieren oder nachhaltiger investieren wollen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist unser regionales und gesellschaftliches Engagement. Wir fördern die Region mit einem jährlichen Spendenvolumen von über 143.000 Euro. Darüber hinaus ist der Förderpreis ein sichtbares Beispiel dafür, wie wir Vereine, soziale Initiativen und ehrenamtliches Engagement stärken. 2026 findet dieser Förderpreis zum neunten Mal statt und ist mit 11.111 Euro dotiert. Darüber hinaus sind wir für die Schulen in unserem Genossenschaftsgebiet da: Mit dem Schulförderpreis, den wir im Jahr 2025 das erste Mail durchführten, setzen wir uns für die Schulen in unserem Genossenschaftsgebiet ein und unterstützen diese bei ihren Projekten.
Gleichzeitig entwickeln wir unsere Kommunikation weiter. Nachhaltigkeit muss verständlich und glaubwürdig sichtbar werden. Alles, was wir nach außen sagen, muss zu unserem tatsächlichen Handeln passen. Deshalb ist für uns wichtig: lieber konkret, nachvollziehbar und bodenständig kommunizieren als große Versprechen zu machen, die am Ende niemand sauber nachweisen kann."
Welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen treibt unsere Bank aktuell (Stand Juni 2026) besonders voran?
Welche Verantwortung tragen Banken wie unsere gegenüber Unternehmen, Vereinen und Menschen in unserer Region?
"Eine regionale Genossenschaftsbank trägt Verantwortung, weil sie Teil des Lebens vor Ort ist. Wir kennen die wirtschaftlichen Strukturen, die Vereine, die Kommunen, die Menschen und viele konkrete Herausforderungen. Daraus entsteht eine Verantwortung, die über reine Finanzdienstleistung hinausgeht.
Gegenüber Unternehmen bedeutet Verantwortung, Transformation möglich zu machen. Viele Betriebe müssen investieren: in Energieeffizienz, Digitalisierung, Gebäude, Maschinen, Fachkräftebindung oder Nachfolge. Wir können Orientierung geben, Finanzierungen strukturieren und helfen, Fördermöglichkeiten einzubeziehen. Wichtig ist dabei Augenmaß. Nachhaltigkeit darf gerade den regionalen Mittelstand nicht durch überzogene Anforderungen ausbremsen.
Gegenüber Vereinen und sozialen Einrichtungen bedeutet Verantwortung, Ehrenamt und Zusammenhalt zu stärken. Wenn ein Verein, eine Schule, eine soziale Einrichtung oder eine kulturelle Initiative Unterstützung bekommt, dann ist das mehr als eine Spende. Es ist ein Beitrag zur Lebensqualität in der Region.
Gegenüber den Menschen bedeutet Verantwortung, erreichbar und verlässlich zu bleiben. Mit 20 Filialen, 30 Geldautomaten, 234 Mitarbeitenden und 20 Auszubildenden sind wir nicht nur digital präsent, sondern auch persönlich vor Ort. Diese Nähe ist ein Teil unseres genossenschaftlichen Auftrags.
Kurz gesagt: Unsere Verantwortung besteht darin, Kapital, Vertrauen und regionale Entwicklung zusammenzubringen."
"Die größte Herausforderung liegt darin, Nachhaltigkeit dauerhaft steuerbar zu machen. Viele Themen sind fachlich richtig und gesellschaftlich gewollt, aber sie müssen im Alltag einer Bank auch praktikabel, nachvollziehbar und prüfbar umgesetzt werden.
Eine zentrale Aufgabe ist die Daten- und Nachweisbasis. Wer über Nachhaltigkeit spricht, muss belegen können, was getan wird und wo die Bank steht. Das betrifft eigene Betriebsdaten ebenso wie Prozesse, Beratung, Produkte, Engagement und Berichterstattung.
Eine zweite Herausforderung ist das Kerngeschäft. Nachhaltigkeit muss in Beratung, Kreditvergabe, Risikobetrachtung und Produktangebot so integriert werden, dass sie fachlich fundiert bleibt und für Kundinnen und Kunden verständlich ist. Gerade Unternehmen brauchen keine Schlagworte, sondern realistische Wege.
Eine dritte Herausforderung ist die Regulatorik. Berichtspflichten und ESG-Anforderungen sind wichtig, aber sie müssen verhältnismäßig bleiben. Wenn Anforderungen zu komplex werden, verlieren sie in der Praxis ihre Wirkung. Dann bindet man Energie in Dokumentation, die eigentlich für Umsetzung gebraucht wird.
Und schließlich ist Kommunikation eine Herausforderung. Wir wollen Nachhaltigkeit sichtbar machen, aber ohne Übertreibung. Für uns gilt: keine Superlative, keine unbelegten Klimaneutralitätsversprechen, keine Aussagen, die nicht durch konkrete Maßnahmen gedeckt sind. Glaubwürdigkeit ist hier wichtiger als Lautstärke."
Wo liegen aktuell die größten Herausforderungen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit?
Gibt es Projekte, auf die Sie besonders stolz sind?
"Stolz sind wir besonders auf unser regionales Engagement, weil es sehr konkret zeigt, was genossenschaftliche Verantwortung im Alltag bedeutet. Der Förderpreis ist dafür ein gutes Beispiel. Er macht sichtbar, wie viel Engagement in Vereinen, sozialen Einrichtungen und ehrenamtlichen Strukturen steckt.
Beim Förderpreis 2026 stehen unter anderem Projekte wie ein Fußballkindergarten, ein Einsatzfahrzeug für First Responder oder inklusives Kinderturnen im Mittelpunkt. Das sind sehr unterschiedliche Vorhaben, aber sie haben etwas Gemeinsames: Sie stärken die Region dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen.
Auch die regelmäßige Unterstützung von Schulen, Vereinen, sozialen und karitativen Einrichtungen ist wichtig. Wenn die Bank jährlich mehr als 143.000 Euro an Spenden und Förderung in die Region gibt, dann ist das ein greifbarer Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Stolz sind wir auch auf die Entwicklung hin zu einer strukturierteren Nachhaltigkeitssteuerung. Wir bewegen uns weg von einzelnen guten Maßnahmen hin zu mehr Systematik: Ziele, Verantwortlichkeiten, Nachweise, Kommunikation und Umsetzung gehören zusammen.
Und nicht zuletzt ist die Rolle als Arbeitgeber wichtig. Die Auszeichnung als sozial verantwortlicher Arbeitgeber passt zu unserem Selbstverständnis: Nachhaltigkeit zeigt sich nicht nur im Außenauftritt, sondern auch darin, wie wir mit Mitarbeitenden, Ausbildung, Führung und Zusammenarbeit umgehen."
"Unsere Botschaft wäre: Nachhaltigkeit beginnt nicht irgendwo weit weg, sondern hier bei uns in der Region. Sie zeigt sich darin, wie wir wirtschaften, investieren, bauen, modernisieren, beraten, einkaufen, zusammenarbeiten und Verantwortung übernehmen.
Als VR Bank Amberg-Sulzbach wollen wir diesen Weg gemeinsam mit unseren Mitgliedern, Kundinnen und Kunden gehen. Wir wissen, dass nicht alles von heute auf morgen fertig ist. Aber wir haben eine klare Richtung: Wir wollen wirtschaftliche Stärke, regionale Verbundenheit, soziale Verantwortung und ökologische Zukunftsfähigkeit zusammen denken.
Für unsere Kundinnen und Kunden heißt das: Wir begleiten sie nicht mit abstrakten Schlagworten, sondern mit konkreter Beratung. Ob energetische Sanierung, Unternehmensinvestition, Modernisierung, Fördermittel, Vereinsprojekt oder regionale Initiative: Entscheidend ist, dass nachhaltige Entscheidungen praktisch werden.
Nachhaltigkeit ist für uns kein Modethema. Sie ist eine moderne Form unseres genossenschaftlichen Auftrags: Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele. Für unsere Mitglieder, für unsere Region und für die Zukunft."